Ratgeber · MPU wegen Straftaten
Lesezeit ca. 8 Minuten · Stand: Oktober 2026
Unfallflucht, Nötigung, ein verbotenes Rennen oder eine Auseinandersetzung, die eskaliert ist – nicht nur Alkohol und Drogen können den Führerschein kosten. Auch Straftaten im Straßenverkehr oder Taten mit hohem Aggressionspotenzial führen häufig zur MPU. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Delikte betroffen sind, worauf die Gutachter achten und wie wir Sie vorbereiten.
Inhalt dieses Ratgebers
Was passiert ist: Straftaten und Führerschein
Begeht jemand eine Straftat im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr, kann das Gericht die Fahrerlaubnis entziehen und eine Sperrfrist festlegen – in der Regel zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, in schweren Fällen auch dauerhaft. Nach Ablauf der Sperrfrist müssen Sie die Neuerteilung beantragen.
Die Fahrerlaubnisbehörde prüft dann, ob Zweifel an Ihrer Fahreignung bestehen. Nach § 11 der Fahrerlaubnis-Verordnung kann sie eine MPU anordnen, etwa bei erheblichen oder wiederholten Verstößen gegen Verkehrsvorschriften, bei Straftaten mit Bezug zum Straßenverkehr oder zur Kraftfahreignung und bei Straftaten mit hohem Aggressionspotenzial – auch dann, wenn diese gar nicht im Straßenverkehr passiert sind.
Welche Delikte typischerweise zur MPU führen
Die Bandbreite ist groß. Häufige Anlässe aus unserer Praxis sind zum Beispiel:
- Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (Unfallflucht)
- Nötigung im Straßenverkehr, etwa durch dichtes Auffahren oder Ausbremsen
- Gefährdung des Straßenverkehrs und verbotene Kraftfahrzeugrennen
- Wiederholtes Fahren ohne Fahrerlaubnis
- Körperverletzung, Bedrohung oder andere Taten mit hohem Aggressionspotenzial
- Eine Häufung erheblicher Verkehrsverstöße, die auf fehlende Regelakzeptanz hindeutet
Worauf die Gutachter achten
Bei Straftaten geht es im psychologischen Gespräch vor allem um Ihre Persönlichkeit im Verkehr: Wie gehen Sie mit Ärger, Druck und Provokation um? Wie stehen Sie zu Regeln und zu den Rechten anderer? Haben Sie verstanden, was in der Situation passiert ist und welche Folgen Ihr Verhalten hatte – oder hätte haben können?
Die Gutachter suchen nach Hinweisen, dass Sie Ihre Impulse heute besser steuern, Konflikte anders lösen und Verantwortung übernehmen. Wer die Tat rechtfertigt oder dem Opfer die Schuld gibt, hat kaum eine Chance auf ein positives Gutachten.
Auch hier besteht die Untersuchung zusätzlich aus Fragebogen, medizinischem Teil und Leistungstests. Das Gespräch ist jedoch der Teil, auf den sich die Vorbereitung konzentrieren muss.
Sie stecken gerade in dieser Situation?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihren Fall an und sagen Ihnen ehrlich, wie Ihr Weg zurück zum Führerschein aussieht – auf Wunsch auch in Raten.
Typische Fehler bei der MPU wegen Straftaten
Aus unserer Erfahrung scheitern viele Teilnehmer an denselben Punkten:
- Die Tat wird als einmaliger Ausrutscher dargestellt, obwohl die Akte ein Muster zeigt
- Rechtfertigungen statt Verantwortung („der andere hat angefangen“)
- Keine nachvollziehbaren Strategien für Stress- und Konfliktsituationen
- Fehlende Auseinandersetzung mit den möglichen Folgen für andere
- Unterschätzung der Aggressionsthematik, wenn die Tat nicht im Verkehr stattfand
So bereiten wir Sie vor
Wir schauen uns gemeinsam an, was damals passiert ist – ohne zu urteilen. Wir analysieren die Auslöser, Ihre Gedanken und Gefühle in der Situation und erarbeiten mit Ihnen, wie Sie heute anders reagieren würden. So entsteht eine ehrliche, schlüssige Darstellung Ihrer Entwicklung, die Sie sicher im Gutachtergespräch vertreten können.
Gerade bei Aggressionsdelikten ist eine gute Vorbereitung oft der entscheidende Faktor. In realistischen Übungen und einer MPU-Simulation trainieren Sie genau die Situationen, die Sie erwarten.
- Kostenloses, ausführliches Erstgespräch – telefonisch, per WhatsApp oder online
- Beantragung und Analyse Ihrer Führerscheinakte: Wir wissen, was der Gutachter vor sich hat
- Persönlicher Vorbereitungsplan statt Massenkurs – ausschließlich im Einzelgespräch
- Aufarbeitung Ihrer Vorgeschichte und nachvollziehbare Veränderungsschritte
- Realistische Gesprächsübungen und auf Wunsch eine MPU-Simulation unter Prüfungsbedingungen
- Korrespondenz mit Fahrerlaubnisbehörde und Begutachtungsstelle, Fristverlängerungen, Terminplanung
- Teilnahmebescheinigung für Ihre MPU
Sie stecken gerade in dieser Situation?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihren Fall an und sagen Ihnen ehrlich, wie Ihr Weg zurück zum Führerschein aussieht – auf Wunsch auch in Raten.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist immer die Anordnung Ihrer Fahrerlaubnisbehörde.





